Kleine Proteinwunder – Hülsenfrüchte



„Jedes Böhnchen gibt ein Tönchen“ ist oft der erste Gedanke zum Thema „Hülsenfrüchte“. Aber ist das so? und lohnt es sich trotzdem mehr Hülsenfrüchte in den eigenen Speiseplan aufzunehmen?


Die erste Frage beantworten wir später im Text, die zweite Frage lässt sich ganz klar mit „Ja!“ beantworten.


Hülsenfrüchte sind ein kleines Wunder der Natur und seit tausenden Jahren ein wichtiger Bestandteil der menschlichen Ernährung. Aber was macht diese Pflanzen, welche auch Leguminosen oder Schmetterlingsblütenartige genannt werden, so besonders? Viele Leguminosen sind durch eine Symbiose mit stickstofffixierenden Bakterien in der Lage sich vom Nitratgehalt des Bodens unabhängig zu machen. Das bedeutet nicht nur, dass Stickstoffdüngung weniger oder gar nicht benötigt wird, es ermöglicht auch den hohen Proteingehalten der Hülsenfrüchte.


Wir Menschen sind auf Proteine, bzw. ihre Bausteine, die Aminosäuren angewiesen, da unser Körper diese nicht selbst herstellen kann, oder nur eine Aminosäure in eine andere umwandeln kann. Wir müssen also Nahrungsmittel mit Proteinen zu uns nehmen, was häufig über tierische Produkte geschieht. Grundsätzlich ist das kein Problem, aber diese Tiere können ebenfalls keine Aminosäuren aus Zuckern oder Fetten synthetisieren. Das hängt vor allem daran, dass „Amino-“ auf eine Stickstoffverbindung hinweist und obwohl Stickstoff in der Luft reichlich vorhanden ist, ist die Fähigkeit diesen chemisch zu binden Tieren nicht vergönnt. Wenn nun also z.B. Proteine über Milchprodukte aufgenommen werden, dann muss dafür die Kuh Proteine aus pflanzlichen Quellen aufnehmen um sie dann zu Milch zu verstoffwechseln. Dabei wird nie 100% des Proteins in der Milch landen, auch dann nicht, wenn wir Milch und Fleisch des Tieres zusammennehmen. Das ist einer der Gründe, warum es schlicht effizienter ist direkt die pflanzlichen Produkte zu verzehren und den Zwischenschritt über das Tier zu vermeiden.


Das heißt nicht automatisch, dass man sich rein vegan ernähren muss, auch schon eine Reduktion des Konsums von Fleisch und anderen tierischen Produkten entlastet den Planeten deutlich.


Essbare Hülsenfrüchte sind z.B.

● Bohnen (Kidney-Bohnen, Limabohnen, Wachtelbohnen, Schwarze Bohnen, Weiße Bohnen und viele mehr)

● Sojabohnen (Grundlage für Tofu und andere Fleischersatzprodukte)

● Erbsen (Schalerbsen, Markerbsen, Zuckererbsen etc.)

Kichererbsen

● Linsen (Alb-Linsen, Tellerlinsen, Gelbe und Rote Linsen, Berglinsen, Beluga-Linsen, Puy-Linsen)

Süßlupine

● Erdnüsse


Diese Vielzahl wird in der europäischen Küche noch völlig unterbewertet, ein Umstand den es sich lohnt zu ändern. Nicht nur weil es unser Klima und unseren Planeten entlastet, wenn wir den Fleischkonsum zu Gunsten von pflanzlichen Proteinen reduzieren, sondern auch weil aktuelle Studien zeigen, dass regelmäßiger Konsum von Hülsenfrüchten sich positiv auf die Lebenserwartung auswirkt.

Wenn wir aber nun vor haben mehr Hülsenfrüchte zu konsumieren, kommen wir zurück zur ersten Frage dieses Artikels, stimmt es, dass Hülsenfrüchte blähend wirken? Ja prinzipiell schon, aber das muss nicht sein, oder lässt sich zumindest reduzieren indem man Hülsenfrüchte richtig zubereitet, also vor dem kochen gut wäscht und einweicht (Wasser nach dem Einweichen verwerfen) und außerdem den Konsum an Hülsenfrüchten langsam steigert, sodass sich die Verdauung daran gewöhnen kann. Wenn das nicht reicht, hilft es mit Humor zu nehmen und besonderen Charm des Darms zu würdigen.


Teile gerne mit uns dein persönliches Lieblingsrezept mit Hülsenfrüchten oder schreib uns wie dir die verlinkten Gerichte geschmeckt haben!


Linkliste:

Hülsenfrüchtler – Wikipedia Übersicht über Hülsenfrüchtler und die Funktion des Stickstoff Fixierens.

Hülsenfrüchtler – Wikipedia Tabellarische Übersicht des Proteingehalts verschiedener Hülsenfrüchte

Veganes Chili sin Carne - Zucker&Jagdwurst (zuckerjagdwurst.com) Rezept für ein veganes Chili sin Carne

Erbsen-Guacamole: Rezept für die regionale Alternative - Utopia.de Rezept für Erbsen Guacamole

Avocado-Kichererbsen-Salat im Brioche Brötchen » HEWM Rezept für ein mexikanischen Avocado-Kichererbsen-Salat im Brötchen

Linsen mit Spätzle | Schwaebische Alb Rezept für Linsen mit Spätzle

Indisches Dal · Eat this! Veganes Foodblog seit 2011 (eat-this.org) Rezept für Indisches Dal

Die perfekte vegane Linsenbolognese · Eat this! Vegan Food Blog (eat-this.org) Rezept für vegane Linsenbolognese

Frisches Gemüse mit Puy-Linsen · Eat this! Veganes Foodblog seit 2011 (eat-this.org) Rezept für Gemüse mit Puy-Linsen

Lupinensalat - Rezept (edeka.de) Rezept für Salat mit Süßlupinen

Richtig Hülsenfrüchte kochen · Eat this! Veganes Foodblog seit 2011 (eat-this.org) Tipps und Tricks für die Zubereitung von Hülsenfrüchten

Hülsenfrüchte - YouTube Video zu Rüdiger Hoffmanns Song „Hülsenfrüchte“

Giulia Enders: Darm mit Charme (Taschenbuch) - bei Buchhandlung Boris Riege am Markt Link zum Bad Sodener Buchladen bzw. zum Buch „Darm mit Charme“



Probier doch mal…

… eine grüne Bowl. Wir sind mitten in der Spargelzeit, die ersten Erbsen werden reif, Spinat hat ebenfalls Saison und sogar der Brokkoli ist etwa ab Juni reif. Einen passenden Rezeptvorschlag findet ihr z.B. hier. Ab Juni beginnt außerdem die Saison für Aubergienen, dicke Bohnen, Fenchel, Paprika, Staudensellerie und Zucchini und auch viele Küchenkräuter sind bereit für die Ernte. Für den passenden Nachtisch oder zum Naschen beginnt außerdem die Saison für Heidelbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren und Kirschen.



Marie Hülser

Vereinsmitglied


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